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Wetterthema

12.04.2018

Blutregen

In der Nacht auf Freitag den 13. gibt es ein gruseliges Wetterphänomen.

Bis Freitagvormittag gelangt mit einer südöstlichen Strömung erneut feiner Staub aus der Sahara in die Mitte und in den Norden Deutschlands. Dieser färbt die erwarteten Regenfälle in den betroffenen Regionen rot – daher der schaurige Name.

Saharastaub gelangt bei entsprechenden Wetterlagen über das Mittelmeer nach Europa. Als günstig erweist sich Tiefdrucktätigkeit über Nordafrika, wodurch kräftige Winde den Wüstensand bis in mehrere hundert Meter Höhe aufwirbeln können. Wird dieser in der Folge von einer südlichen Strömung erfasst, so kann er über das Mittelmeer nach Europa gelangen.
Häufig wird der Saharastaub auch nach Westen auf den Atlantik verfrachtet und erreicht unter Umständen sogar die südamerikanisch Küste.

Hierzulande macht er sich durch Trübungen bemerkbar, die farbenfrohe Sonnenuntergänge zur Folge haben. Auch die Wolkenbildung wird verstärkt, da die feinen Sandkörner als sogenannte Kondensationskeime fungieren, an denen sich Wasserdampf anlagert und so feine Regentropfen entstehen. Kommt es aber, wie in der Nacht auf Freitag zeitgleich zu kräftigen Niederschlägen, so sind die Zutaten für Blutregen gegeben. Im Winterspricht man auch von Blutschnee.

Früher galten Blutregen bzw. Blutschnee als Vorboten herannahenden Unheils, was Abergläubische an einem Freitag den 13. verständlicherweise etwas beunruhigen könnte. Doch aus meteorologischer Sicht besteht dazu kein Anlass, denn zum Wochenende macht sich bereits wieder hoher Luftdruck bemerkbar, der für reichlich Sonnenschein und ein frühsommerliches Temperaturniveau sorgt.

Donnerstag, 12. April 2018

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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