Wetterthema | tagesschau.de

Wetterthema

17.01.2018

Schwerer Sturm am Donnerstag

In der nördlichen Mitte ist mit schweren Sturmböen zu rechnen, sogar Orkanböen sind im Flachland dort nicht auszuschließen.

Der Kern des Orkantiefs „Friederike verlagert sich am Donnerstag sehr rasch von der Deutschen Bucht über Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern weiter nach Polen. Die stärksten Windböen sind jedoch südlich des Zentrums, also in etwa in einem Streifen zu erwarten, der vom südlichen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen über Nordhessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt bis nach Brandenburg reicht.

Bereits am frühen Donnerstagmorgen setzt im Westen zunächst Schneefall ein, der nachfolgend jedoch schnell in Regen übergeht, denn auf der Vorderseite des Sturmtiefs wird zwischenzeitlich recht milde Luft herangeführt, so dass die Höchstwerte am Donnerstag entlang des Rhein sogar im zweistelligen Bereich liegen werden. Im Mittelgebirgsraum kann der einsetzende Schneefall jedoch trotzdem kurzfristig mit Straßenglätte einher gehen.

Der Sturm ist aber am Donnerstag das markantere und auch gefährlichere Wetterereignis. Bereits am Vormittag legt der Wind im Westen spürbar zu und erreicht dort bereits zum morgendlichen Berufsverkehr Sturmstärke, in Ostdeutschland wird das Maximum in den frühen Abendstunden erwartet. Auf den Bergen ist mit Orkanböen zu rechnen, aber auch in den Niederungen sind vereinzelte Orkanböen nicht auszuschließen.

Entsprechend Sollte man den Waldspaziergang besser ausfallen lassen und die kritische Zeit am besten in geschützten Innenräumen verbringen. Den die Intensität dieses Wintersturms ist nicht zu unterschätzen. Welche Folgen die genannten Spitzenböen haben können ist nachfolgend aufgelistet:

Stürmische Böen: Windstärke 8 und 62 bis 74 km/h. Große Bäume werden bewegt, Fensterläden geöffnet, und, Zweige brechen von Bäumen ab.

Sturmböen: Windstärke 9, 75 bis 88 km/h. Äste brechen ab, kleinere Schäden an Häusern entstehen, Ziegel und Rauchhauben werden von Dächern gehoben, Gartenmöbel werden umgeworfen und verweht, das Gehen wird erheblich erschwert.

Starke Sturmböen: Windstärke 10, 89 bis 102 km/h. Bäume werden entwurzelt, Baumstämme brechen, Gartenmöbel werden weggeweht, größere Schäden an Häusern entstehen.

Orkanartige Böen: Windstärke 11, 103 bis 117 km/h. Es kommt zu schweren Schäden an Wäldern (Windbruch), Dächer werden abgedeckt, Autos werden aus der Spur geworfen, dicke Mauern werden beschädigt, Gehen ist unmöglich.

Orkanböen: Windstärke 12, über 117 km/h. Es kommt zu schwersten Sturmschäden und Verwüstungen; kommt aber im Landesinneren nur sehr selten vor.

Mittwoch, 17. Januar 2018

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

Alle Wetterthemen

Darstellung: