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Wetterthema

06.12.2017

Halos

Am Himmel kann eine Vielzahl optischer Lichteffekte auftreten.


Im Unterschied zum Regenbogen wird das Sonnenlicht bei Halo-Erscheinungen nicht an Regentropfen sondern an Eisplättchen gebrochen, die vor allem in hohen und damit besonders kalten Wolken, den sogenannten Cirren vorkommen. So vielfältig die geometrischen Formen der Kristalle sind, so vielfältig sind auch die unterschiedlichen Erscheinungsformen innerhalb der Halo-Großfamilie.

Neben den Formen der Eiskristalle, die von sechseckigen Plättchen über Zylinder bis zu pyramidenförmigen Vielecken reichen können, ist auch deren Größe und Ausrichtung ausschlaggebend für die Art Weise, wie sich das Licht in Ihnen bricht und dadurch in seine Spektralfarben zerlegt wird. Zudem spielt der Sonnenstand eine entscheidende Rolle.

Halos können sich in unterschiedlichen Radien und Häufigkeiten ringförmig um die Sonne anordnen, als Nebensonnen punktförmig auftreten oder als Lichtsäulen linienförmig durch die Sonne hindurch reichen. Auf dem Foto ist eine weitere besondere Form zu sehen: der sogenannte Zirkumzenitalbogen, der kreisförmig um den Zenit also um den höchsten Punkt am Himmel ausgerichtet ist.

Sein Durchmesser hängt vom Sonnenstand ab, da sein Rand immer 48 Winkelgrad über der Sonne steht. Das hat seine Ursache in der besonderen Art der Lichtbrechung an hexagonalen Eiskristall-Plättchen, die sich aufgrund ihrer Größe beim Fallen in der Wolke horizontal ausrichten. Zudem ist in der Regel auch nur der zur Sonne gerichtete Teilkreis sichtbar. Die Erscheinung ist am besten bei einem recht tiefen Sonnenstand von etwa 22 Grad sichtbar, auf dem Foto stand die Sonne etwa 19 Grad hoch. An den nach oben gebogenen Zirkumzenitalbogen schmiegt sich auf dem Foto zusätzlich noch das nach unten gekrümmte und recht seltene 46-Grad-Halo an, welches durch Lichtbrechung an säulenförmigen Eiskristallen hervorgerufen wird.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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