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Wetterthema

14.11.2017

Hochnebel

Worin unterscheiden sich Nebel und Hochnebel?

Erkundigt man sich nach dem Lieblingswetter, so hört man oft sonnig, warm und trocken oder klares stürmisches Herbstwetter. Bei Meteorologen fällt die Wahl mitunter etwas extravaganter aus: Orkantiefs, schwere Gewitter oder Tornados sind durchaus beliebt. Jedoch gibt es eine Wetterlage, die allgemein recht unbeliebt ist: Hochnebel, sofern man sich unter ihm befindet.

Das liegt zum einen an der drückenden, mitunter beklemmenden, zumindest langweiligen Stimmung, die eine geschlossene Hochnebeldecke hervorrufen kann, doch was den Fachleuten besonders missfällt, ist die Tatsache, dass es sehr schwer vorhersagbar ist, ob und wann sich der Nebel lichtet.

Bei einer winterlichen bzw. herbstlichen Hochdrucklage, kühlt in den langen Nächten die Luft in Bodennähe merklich ab, da die Wärme in den klaren Nächten ungehindert nach oben abstrahlen kann. Die Feuchtigkeit kondensiert aus der abgekühlten Luft aus und es bildet sich Nebel, der von der tief stehenden Sonne tagsüber nur zäh oder gar nicht mehr aufgelöst wird.

Aber wie entsteht Hochnebel? Er zeichnet sich dadurch aus, dass es direkt über dem Boden klar ist, und sich in etwa 100 bis 1500 Meter darüber eine kompakte gleichförmige Schichtbewölkung befindet, eine sogenannter Stratus. Im Herbst löst sich der Frühnebel durch die vormittägliche Erwärmung der unteren Luftschicht auf. Diese Erwärmung reicht jedoch nicht aus, um die gesamte Nebelschicht zu verdunsten, und es bleibt Hochnebel übrig. Bei einer schwachen Luftströmung kann zudem bestehender Hochnebel verfrachtet werden, also in ein zuvor sonniges Gebiet aufziehen.

Mit fortschreitender Jahreszeit spielt folgender Vorgang eine zunehmend bedeutende Rolle: häufig befindet sich in einem Hochdruckgebiet durch Absinken recht trockene Luft über einer bodennahen feuchten Luftschicht. Nachts bildet sich an dieser Grenze eine Hochnebelschicht, die eine weitere Abkühlung der tieferen Luftschicht verhindert, wodurch sich am Erdboden kein Nebel bildet.

Typisch für Hochdruckwetter ist auch die fehlende Durchmischung der unterschiedlich hohen Luftschichten. Hält sich eine solche Wetterlage über mehrere Tage, so bildet sich im Herbst und Winter durch das Absinken der Luft im Hochdruckgebiet eine sogenannte Temperaturinversion aus, bei der es in Tallagen auch tagsüber kälter bleibt, als auf den Bergen. Dann verhindert eine bestehende Hochnebeldecke die Erwärmung im Tal, wodurch sich der Hochnebel quasi selbst erhält. Erst ein Wetterumschwung mit frischem Wind kann diesen starren Zustand beenden.

Dienstag, 14. November 2017

Tim Staeger

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