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Wetterthema

27.10.2017

Sturm am Sonntag

Am Sonntagfrüh erreicht der Sturm seinen Höhepunkt in der Nordosthälfte.

Am Freitag war das Sturmtief auf den Wetterkarten noch gar nicht sichtbar. Es entsteht erst am Samstag in einer nördlichen Strömung über dem Süden Skandinaviens und zieht am Sonntag sehr schnell über Polen nach Weißrussland weiter. Sein Sturmfeld zieht in der Nacht auf Sonntag und am Sonntagvormittag über die Nordosthälfte Deutschlands hinweg.

Dabei werden die stärksten Windböen an der Nordseeküste sowie im Harz und Erzgebirge erwartet. Hier ist mit orkanartigen, zum Teil auch mit Orkanböen über bis über 120 km/h zu rechnen. Aber auch in einem Streifen zwischen Harz und Erzgebirge sind orkanartige Böen im Flachland möglich, in der Nordosthälfte verbreitet schwere Sturmböen bis 100 km/h.

Der Höhepunkt des Sturms wird am frühen Sonntagmorgen erwartet. Um diese Zeit dürfte kaum jemand auf die Idee kommen einen Waldspaziergang zu machen, den Sonntagsspaziergang sollte man trotzdem am besten in den Nachmittag verlegen. Denn selbst wenn an den Laubbäumen mittlerweile nicht mehr so viele Blätter hängen, sie somit dem Wind weniger Widerstand entgegen bringen, reicht die Sturmstärke im Nordosten, um Bäume zu entwurzeln oder auch Ziegel von den Dächern abzudecken.

Kurzfristig auftretende Windböen verursachen hierbei den größten Schaden und sollten möglichst gut abgeschätzt werden. Im Folgenden sind Spitzenböen und die zugehörigen Windgeschwindigkeit mit ihrem dem Zerstörungspotenzial aufgelistet:

Stürmische Böen: Windstärke 8 und 62 bis 74 km/h. Große Bäume werden bewegt, Fensterläden geöffnet, und, Zweige brechen von Bäumen ab.

Sturmböen: Windstärke 9, 75 bis 88 km/h. Äste brechen ab, kleinere Schäden an Häusern entstehen, Ziegel und Rauchhauben werden von Dächern gehoben, Gartenmöbel werden umgeworfen und verweht, das Gehen wird erheblich erschwert.

Starke Sturmböen: Windstärke 10, 89 bis 102 km/h. Bäume werden entwurzelt, Baumstämme brechen, Gartenmöbel werden weggeweht, größere Schäden an Häusern entstehen.

Orkanartige Böen: Windstärke 11, 103 bis 117 km/h. Es kommt zu schweren Schäden an Wäldern (Windbruch), Dächer werden abgedeckt, Autos werden aus der Spur geworfen, dicke Mauern werden beschädigt, Gehen ist unmöglich.

Orkanböen: Windstärke 12, über 117 km/h. Es kommt zu schwersten Sturmschäden und Verwüstungen, kommt aber im Landesinneren nur sehr selten vor.

Freitag, 27. Oktober 2017

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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