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Wetterthema

09.10.2017

Ein Hoch in Sicht

Das Wetter der kommenden 7 Tage wird in den Modellen recht einheitlich gerechnet, so dass es in diesem Fall möglich ist, eine einigermaßen zuverlässige Wochenvorhersage zu machen. Und der Trend für die zweite Wochenhälfte dürfte die meisten von uns erfreuen.

Unsere Abbildung zeigt in ihrem oberen Teil die erwartete Temperatur in 1500 Metern Höhe über Hessen (weiße Linie). Die graue Fläche gibt einen Unsicherheitsbereich an. Im unteren Teil sehen wir den prognostizierten Niederschlag (weiße Linie). Der dazugehörige Unsicherheitsbereich ist blau dargestellt. Grundlage war eine Vielzahl von Modellrechnungen.

Bis einschließlich Donnerstag liegt Deutschland zwischen hohem Druck über Südeuropa und Tiefdruckgebieten, die vom Nordatlantik über Skandinavien hinweg zum Baltikum ziehen. Dabei bestimmen Tiefausläufer unser Wetter. Etwas begünstigt ist der Süden, hier macht sich der hohe Luftdruck bereits bemerkbar. Das Wetter von Dienstag bis Donnerstag lässt sich kurz zusammenfassen: In weiten Landesteilen überwiegen die Wolken. Im Norden regnet es zeitweise, in der Mitte wird man nur ab und zu mal nass. Im Süden von Baden-Württemberg und Bayern ist es schon häufiger freundlich und trocken.

Am Freitag und am Wochenende soll dann ein Hoch mit Schwerpunkt über den Alpen unser Wetter bestimmen. Es wird aus dem zuvor schon hohen Druck über Südeuropa entstehen. Dank dieses Hochs setzt sich vielfach die Sonne durch, am Freitag in der Südwesthälfte und am Wochenende zunehmend im ganzen Land. Doch selbst wenn sich das Wetter an die aktuellen Modellrechnungen hält, gibt es eine Unsicherheit. Leider ist die Jahreszeit inzwischen recht weit fortgeschritten und die Sonne damit nicht mehr sonderlich stark. Nächtlicher Nebel in den Niederungen bleibt somit schon mal länger erhalten, es kann stellenweise bis in den Nachmittag hinein trüb bleiben. Am anfälligsten hierfür ist der Bodensee und die Donauniederung, vornehmlich in der Region um Ulm herum.

Die Luft wird recht warm werden, einerseits durch die absinkende Luftbewegung innerhalb des Hochs, andererseits durch Warmluftzufuhr aus Südwesteuropa. Am besten erkannt man das in 1500 Metern Höhe (siehe Abbildung). Von knapp über Null Grad soll es sich im Laufe dieser Woche stetig auf etwa 13 Grad erwärmen. Im Sommerhalbjahr könnte man zu diesen Werten für die tief gelegenen Regionen etwa 15 Grad addieren, es wären also Maxima um 28 Grad zu erwarten. Doch das wird die Oktobersonne so nicht mehr hinbekommen. Aus heutiger Sicht könnte es am kommenden Wochenende Spitzenwerte um 22 Grad geben. Bei längerem Nebel bleibt es deutlich kühler.

Mit dem Beginn nächster Woche wird die Wetterentwicklung dann plötzlich sehr unsicher. Ab dem 16. Oktober ergibt sich für die Temperatur in 1500 Metern Höhe ein großer Unsicherheitsbereich (graue Fläche). Nachdem keine einzige Modellrechnung für das kommende Wochenende Regen drin hat, gibt es mit dem Beginn der kommenden Woche hierfür Signale (unterer Teil der Abbildung).

Montag, 9. Oktober 2017

Dr. Ingo Bertram
ARD-Wetterredaktion

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