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Wetterthema

12.09.2017

Was verbirgt sich eigentlich hinter den Bezeichnungen der unterschiedlichen Windstärken?

Am Mittwoch zieht das Tief „Sebastian“ über die Nordsee. Sein Sturmfeld sorgt an den Küsten für orkanartige, zum Teil auch für Orkanböen. In der norddeutschen Tiefebene kann es schwere Sturmböen, in der Landesmitte immer noch Sturmböen oder stürmische Böen geben. Alles klar?

Windgeschwindigkeit wird in unterschiedlichen Einheiten angegeben. Da wären zunächst einmal die Windstärken von 1 (Windstille) bis 12 (Orkan), die auch Beaufort (abgekürzt Bft) genannt werden. Der Name diese Einteilung geht auf den Admiral der britischen Krone, Sir Francis Beaufort zurück, der sie im Jahre 1806 zur Einschätzung verwendet hat, welche Segel eines Vollschiffs bei entsprechenden Windstärken zu setzten sind.

Zudem wird die Windgeschwindigkeit in Metern pro Sekunde, Kilometern pro Stunde und Knoten angegeben. Um die Verwirrung noch zu steigern wird noch zwischen dem Mittelwind und den Spitzenböen unterschieden. Denn bei starkem Wind ist die Luftströmung sehr turbulent. Das lässt sich mit einem Gebirgsbach vergleichen dessen Oberfläche normalerweise glatt ist, nach einem ergiebigen Regen jedoch stark gekräuselt und unübersichtlich erscheint. Beim Wind äußert sich dieser Effekt in einem Wechsel relativ ruhiger Phasen mit plötzlichem Auffrischen.

Diese sogenannten Windböen verursachen den größten Schaden und sollten dementsprechend möglichst gut abgeschätzt werden Der Übersicht halber sind hier nun die Benennungen der Spitzenböen mit den zugehörigen Windgeschwindigkeit und ihrem Zerstörungspotenzial aufgelistet:

Stürmische Böen: Windstärke 8 und 62 bis 74 km/h. Große Bäume werden bewegt, Fensterläden geöffnet, und, Zweige brechen von Bäumen ab.

Sturmböen: Windstärke 9, 75 bis 88 km/h. Äste brechen ab, kleinere Schäden an Häusern entstehen, Ziegel und Rauchhauben werden von Dächern gehoben, Gartenmöbel werden umgeworfen und verweht, das Gehen wird erheblich erschwert.

Starke Sturmböen: Windstärke 10, 89 bis 102 km/h. Bäume werden entwurzelt, Baumstämme brechen, Gartenmöbel werden weggeweht, größere Schäden an Häusern entstehen.

Orkanartige Böen: Windstärke 11, 103 bis 117 km/h. Es kommt zu schweren Schäden an Wäldern (Windbruch), Dächer werden abgedeckt, Autos werden aus der Spur geworfen, dicke Mauern werden beschädigt, Gehen ist unmöglich.

Orkanböen: Windstärke 12, über 117 km/h. Es kommt zu schwersten Sturmschäden und Verwüstungen, was aber im Landesinneren nur sehr selten vorkommt.

Dienstag, 12. September 2017

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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