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Wetterthema

18.05.2017

Tornado-Saison hat begonnen

Jetzt häufen sich wieder Tornado-Meldungen aus den USA.

Am gestrigen Mittwoch wüteten im mittleren Westen der USA schwere Gewitter aus denen auch Tornados entstanden, beispielsweise in der Nähe von Elk City, etwa 100 km westlich von Oklahoma City. Auch am Donnerstag besteht in einem Gebiet von Texas über Oklahoma bis nach Kansas eine nicht vernachlässigbare Wahrscheinlichkeit für die Entstehung weiterer Tornados.

Die auch als Großtromben oder als Wind- bzw. Wasserhosen bezeichneten Wolkenrüssel, entstehen bei schweren Gewittern. Im Gegensatz zu Tropischen Wirbelstürmen oder Orkanen sind Tornados durch ihre kleine räumliche Ausdehnung von wenigen Metern bis zu etwa einem Kilometer und durch ihre vergleichsweise kurze Lebensdauer von wenigen Sekunden bis maximal etwa einer Stunde charakterisiert.

Jedoch kann ihre Zerstörungskraft gewaltig sein. Mit kurzeitig auftretenden Windgeschwindigkeiten von bis zu 500 km/h übertreffen Sie in dieser Hinsicht die stärksten Taifune um etwa das Doppelte. Die Zuggeschwindigkeit liegt bei etwa 50 km/h, in Ausnahmefällen sogar bei über 100 km/h. Durch das plötzliche Auftreten ist eine Tornadovorwarnung, wenn überhaupt oft nur Minuten vor dem Ereignis möglich.

Man unterscheidet Tornados nach der sog. Fujita-Skala in 5 Klassen. Hierbei sind F1-Tornados die schwächsten und am häufigsten auftretenden, die F5-Tornados sind entsprechend am verheerendsten und werden nur etwa in einem Prozent der Fälle beobachtet. Insgesamt zählt man in den Vereinigten Staaten etwa 1200 Tornados, in Deutschland immerhin noch etwa 30 pro Jahr.

Zur Bildung von Tornados müssen zwei stark unterschiedlich temperierte Luftmassen aufeinander treffen, wobei die warme Luft auch die zur Gewitterbildung notwendige Feuchtigkeit mitbringen sollte. Diese extremen Unterschiede können bevorzugt im Mittleren Westen der USA innerhalb der sog. Tornado-Alley (dt.: Tornadogasse) auftreten, da dort vor allem im Frühsommer feuchtwarme Luftmassen vom Golf von Mexiko auf deutliche kältere Luft arktischen Ursprungs treffen können. Begünstigt wird dies auch durch die Nord-Süd-Ausrichtung der Rocky Mountains, welche eine natürliche Barriere für Luftströmungen darstellen, wodurch arktische Kaltlufteinbrüche bis weit nach Süden vorstoßen können.

In großen Gewitterzellen entstehen extrem starke Aufwinde von über 200 km/h. An der Gewitterfront kann sich die Windrichtung auf kurzer Distanz stark ändern, wodurch die Luft in Rotation versetzt werden kann. Bei einem alternativen Entstehungsprozess ändert sich die Windrichtung mit zunehmender Höhe, wodurch die ganze Gewitterzelle eine langsame Drehbewegung erfährt. In Verbindung mit der Bodenreibung entsteht ein Effekt, der mit abfließendem Wasser aus einer Badewanne verwandt ist und es bildet sich der typische Wolkenrüssel, der aus der Wolke nach unten bis zum Erdboden wächst, wo er wie ein gigantischer Staubsauger wirkt.


Während des sogenannten „Super-Outbreak“ am 3. und 4. April 1974 wurden in 13 Staaten im Süden und Mittleren Westen der USA 148 Tornados gezählt, die insgesamt 315 Todesopfer forderten. Im April 2011 forderten über 150 Tornados in den Südstaaten mehr als 320 Menschenleben. In Deutschland ist der F4-Tornado in Pforzheim vom 10. Juli 1968 wohl am bekanntesten, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen und über 100 Personen verletzt wurden.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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