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Wetterthema

19.04.2017

Messmethoden

Um eine Wettervorhersage zu erstellen müssen einige Wetterparameter gemessen werden. Dies funktioniert auf unterschiedliche Art und Weise. Um weltweit eine Vergleichbarkeit der Messwerte gewährleisten zu können gibt es einige Standards die erfüllt werden müssen

Um weltweit Beobachtungen des atmosphärischen Zustandes, die der Wetteranalyse, der Wettervorhersage und der Klimaüberwachung dienen, wurde das Global Oberserving System (GOS) eingerichtet. Dabei sind einige Beobachtungskomponenten zu betrachten, auf die im Folgenden näher eingegangen wird.
Die Bodenbeobachtungen spielen hierbei sicherlich die größte Rolle. Weltweit gibt es dabei über 11000 synoptische Beobachtungsstationen. Diese müssen bezüglich Bodenbeschaffenheit, Größe usw. laut World Meteorological Organisation (WMO) gewisse Standards erfüllen. Als Standardbeobachtungszeiten gelten dabei die synoptischen Termine um 00 UTC und um 12 UTC. Die synoptischen Haupttermine sind 00, 06, 12, 18 UTC und weitere Zwischentermine sind im Dreistundenrhythmus, wobei häufig sogar stündlich (an Flughäfen halbstündlich) gemessen wird.
Folgende Parameter sollten an den Bodenwetterstationen entweder durch einen Automat oder durch einen Beobachter festgestellt werden: Lufttemperatur in 2 m Höhe, Taupunkttemperatur, Windrichtung und Windgeschwindigkeiten im Mittel und in Böen, Luftdruck, dreistündige Luftdrucktendenz, horizontale Sichtweite, Wolkenhöhe/- gattung und Bedeckungsgrad, momentaner Wetterzustand, Wetterverlauf in den letzten sechs Stunden und besondere Wettererscheinungen (z.B. ein Tornado). Einmal täglich werden folgende Parameter gemessen: Niederschlagshöhe, Neuschneehöhe, Gesamtschneehöhe, Maximum und Minimum der Lufttemperatur in 2 m Höhe und Minimum der Lufttemperatur in 5 cm Höhe, Erdbodentemperaturen in verschiedenen Tiefen, Erdbodenzustand und die Sonnenscheindauer. An Küsten- und Seestationen wird zusätzlich die Wassertemperatur und die Wellenhöhe/- periode gemessen. Eventuell tauchen auch Angaben über das Meereis auf.
Weitere Messwerte die vor allem Aufschluss über die vertikale Schichtung der Atmosphäre bringen sollen, werden durch Radiosondenaufstiege ermittelt. Dies geschieht an etwa 1300 Stationen auf der Welt und zwar vorwiegend zu den synoptischen Terminen. Dabei werden vor allem der Luftdruck, die Lufttemperatur, der Taupunkt und die Windrichtung sowie die Windgeschwindigkeit von der Radiosonde bis in eine Höhe von maximal 30 km gemessen.
Flugzeugmessungen bringen ebenfalls einige Messwerte zu Temperatur, Wind und Luftdruck entlang der Flugstrecke. Auf dem Meer geschieht dies durch Schiffe und driftende Bojen.
Eine weitere sehr wichtige Datengewinnungsmethode ist die Satellitenmessung, denn hierbei können vor allem Informationen über Wolken, Meerestemperaturen und Temperatur- sowie Feuchteprofile gewonnen werden.
Als letztes, aber dennoch äußerst wichtiges Messverfahren ist die Radartechnik aufzuführen, denn hierdurch kann bestimmt werden, ob es denn in einem Gebiet Niederschläge und wenn ja in welcher Intensität gibt oder ob es doch trocken bleibt. Gerade bei dem aktuellen Schauerwetter in weiten Teilen Deutschlands ist ein schneller Blick auf das Regenradar sicherlich sehr hilfreich. Auch der ein oder andere Blick auf die Messwerte der Wetterstationen hilft einem weiter, ob man denn nochmals die Winterjacke aus dem Schrank kramen muss oder ob denn eventuell auch ein dickerer Pulli unter der Frühlingsjacke ausreicht.


19. April 2017
Dipl.-Met. Marcel Schmid
ARD-Wetterredaktion

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