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Wetterthema

11.01.2017

Winterstürme

Warum kommt es im Winterhalbjahr so häufig zu Stürmen?

Seit Tagen sorgen kräftige atlantische Tiefs hierzulande für ruppiges Wetter. Nach Caius und Dieter wird in der Nacht auf Freitag das kleine aber intensive Randtief Egon über Deutschland hinweg ziehen und regional für Sturm und kräftige Schneefälle sorgen. Dabei war die genaue Zugbahn am Mittwoch tagsüber noch unsicher, es zeichnete sich aber bereits eine brisante Entwicklung ab.

Wieso entstehen vor allem im Herbst und im Winter so viele starke Stürme über dem Nordatlantik? Das liegt an den starken Temperaturunterschieden, die sich im Nordwinter zwischen polaren und subtropischen Breiten ausprägen. Denn im Herbst verkürzen sich die Tage in den hohen Breiten deutlich, und die Temperatur sink mangels Strahlungsgenuss entsprechend schnell ab. In südlicheren Gefilden dagegen hält sich die Wärme deutlich länger. Hier verringert sich die Sonneneinstrahlung ebenfalls, jedoch lange nicht in dem Maße wie im hohen Norden, wo die tief stehende Sonne fast keine Wärme mehr liefern kann.

Dadurch sinkt die mittlere Januartemperatur im Nordmeer bei Spitzbergen auf etwa minus 25 Grad, wohingegen sie im Bereich der Azoren zu dieser Zeit bei etwa 15 Grad liegt. Im Juli dagegen beträgt die Mitteltemperatur bei Spitzbergen etwa 5 Grad, bei den Azoren etwa 20 Grad. Die Temperaturdifferenz zwischen Azoren und Spitzbergen beträgt somit im Winter etwa 40, im Sommer dagegen nur 15 Grad.

Durch diese großen winterlichen Temperaturunterschiede entstehen auch große Druckunterschiede, die wiederum für stärkere Winde sorgen. Stürme gleichen die Temperaturunterschiede großräumig aus, da durch horizontales Verwirbeln warme Luft südöstlich des Sturmtiefs nach Norden gelangt und als Ausgleich kältere im Nordwesten nach Süden strömen kann.

Der Temperaturausgleich, den ein solches Sturmtief bewerkstelligt hält jedoch nicht lange vor, so dass es im Laufe des Winters wiederholt zu Stürmen kommt, bis im Frühling die Sonne auch wieder die hohen Breiten mit Wärme versorgt und sich die Temperaturunterschiede wieder abbauen können.

Mittwoch, 11. Januar 2017

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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