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Wetterthema

11.01.2016

Der Winter naht

Im Wochenverlauf wird es hierzulande von Norden her stetig kälter.

Bisher verlief dieser Winter vor allem in der Südwesthälfte deutlich zu mild, im Nordosten konnte man vergangene Woche ja bereits einen ersten Vorgeschmack der Frostluft bekommen, die im Norden Skandinaviens und im Nordwesten Russlands auf der Lauer liegt. In den nächsten Tagen kommt diese Kaltluft nun schrittweise nach Süden voran. Sogar in den Niederungen im Südwesten sind am kommenden Wochenende Eistage mit Dauerfrost nicht auszuschließen.

Schuld an dieser Entwicklung sind Tiefdruckgebiete, die aus Westen kommend auf ihrer Vorderseite zwar zunächst noch recht milde Atlantikluft nach Deutschland befördern. Bei deren Verlagerung nach Osten gelangt Deutschland dann jedoch auf die Rückseiten der sich gegen den Uhrzeigersinn rotierende Wirbel, und dadurch gelangt in mehreren Stufen im Wochenverlauf zunehmend kältere Polarluft über Skandinavien nach Mitteleuropa.

Im hohen Norden hat sich im Verlauf der vergangenen Wochen die Luft in der Polarnacht stark abkühlen können. In Finnland, Norwegen und in weiten Teilen Mittel- und Nordschwedens herrscht Dauerfrost. In Lappland steigt die Temperatur vielerorts nicht über minus 20 Grad an. In Lycksele in Nordschweden, jedoch südlich des Polarkreises wurde vergangene Nacht sogar ein Tiefstwert von minus 31 Grad gemessen.

Davon ist man hierzulande weit entfernt, lediglich im Nordosten ist leichter Frost um -1 Grad verzeichnet worden, tagsüber erwärmte sich die Luft am Montag am Rhein sogar auf 7 bis 9 Grad. In den nächsten Tagen gehen die Höchstwerte aber auch dort immer weiter zurück und liegen am kommenden Wochenende dann um oder auch knapp unter dem Gefrierpunkt. Im Nordosten kann man sich dann auf Höchstwerte unter minus 5 Grad einstellen.

Dazu gibt es bis Freitag auch immer wieder Niederschläge, die zunächst in den Niederungen verbreitet als Regen fallen. Von Norden her sinkt jedoch die Schneefallgrenze im Wochenverlauf beständig ab. Bereits am Dienstag ist auf dem Brocken im Harz und im Hochschwarzwald mit Neuschnee zu rechnen. Am Mittwoch rieseln dann bereits in mittleren Lagen oberhalb etwa 400 Metren die Flocken, bis Freitag kann es dann auch in den Niederungen im Westen eine weiße Überraschung geben.

Ob am kommenden Wochenende auch am Oberrhein Dauerfrost herrschen wird, ist am Montag noch unsicher. Wer jedoch glaubte, ganz ohne Winterreifen auszukommen, sollte sich seinen Irrtum eingestehen und baldmöglichst einen Reifenwechsel einplanen.

Montag, 11. Januar 2016

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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