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Wetterthema

11.08.2015

Die Perseiden

Immer im August kann man besonders viele Sternschnuppen sehen. In diesem Jahr wird das Maximum der sogenannten Perseiden in der Nacht vom 12. auf den 13 August erwartet. Ob Sie jedoch überhaupt eine Chance haben, die Meteore zu beobachten, hängt vom Wetter ab.

Sternschnuppen oder Meteore bestehen aus sehr kleinen Staubteilchen, die beim Eintritt in die Erdatmosphäre meist bereits in einer Höhe von etwa 100 km verglühen und dabei die Luftmoleküle kurzzeitig zum Leuchten anregen. Auf ihrer Bahn durchs Weltall kreuzt die Erde jedoch mal mehr, mal weniger viele Staubteilchen. Daher kommt es, dass die Häufigkeit von Sternschnuppen im Laufe eines Jahres stark variiert. Regelrechte Meteorströme werden beobachtet, wenn die Erde auf von Kometen zurückgelassene Staubwolken trifft. Dies ist unter anderem im August zur Zeit der sogenannten Perseiden der Fall, die zwischen dem 17. Juli und dem 24. August auftreten und um den 12 August ihr Maximum haben. Die Perseiden sind der aktivste Meteorstrom des gesamten Jahres. Man sieht also mehr Sternschnuppen als bei ähnlichen Spektakeln.

Verursacher der Perseiden ist der Komet Swift-Tuttle, welcher zuletzt Ende 1992 in die inneren Bereiche des Sonnensystems vordrang. Er frischte seine Staubspur auf und im August 1993 konnten besonders viele Sternschnuppen beobachtet werden. So erreichte die Meteorrate in der Nacht zum 12.8.1993 zum Teil über 300 pro Stunde und interessierte Beobachter konnten sich damals so viel wünschen, dass wahrscheinlich selbst heute noch nicht alle Wünsche jener Nacht in Erfüllung gegangen sind. Die nächste Wiederkehr des Kometen wird im Jahre 2126 erwartet. Aber schon im Jahr 2028 könnte es wieder besonders viele Perseiden geben, da die Erde dann auf einen dichten Bereich der Staubwolke treffen soll.

Ihren Namen verdanken sie der Tatsache, dass sie für den Beobachter aus dem Sternbild Perseus zu kommen scheinen. Einen ähnlichen Effekt erleben wir, wenn wir mit dem Auto durch ein Schneetreiben fahren. Auch dann scheinen alle Schneeflocken aus einer Richtung zu kommen. Perseus ist eines der Sternbilder, die in Mitteleuropa nie untergehen. Derzeit findet sich das Sternbild um Mitternacht im Nordosten etwa 30 Grad über dem Horizont. Bis in die Frühstunden steigt es höher und wandert weiter Richtung Osten. Gegen 4:30 MESZ liegt der Punkt, aus dem die Sternschnuppen zu kommen scheinen, 50 Grad über dem Horizont. Die zunehmende Höhe über dem Horizont verbessert die Beobachtungsbedingungen, so dass die Perseiden normalerweise vor der Morgendämmerung des 12 August am besten zu sehen sind. Dieses Jahr jedoch erleben wir erst in der Nacht zum 13. August das Maximum der Sternschnuppen. Mit dem Mond haben wir Glück, sein Licht stört kaum. Die nur noch sehr schmale Sichel des abnehmenden Mondes erscheint erst in den Frühstunden am Himmel.

Den größten Unsicherheitsfaktor stellt allerdings, wie so oft, das Wetter dar. In der Nacht vom 11. auf den 12. August 2015 ist es in der Südosthälfte neben ein paar Wolkenfeldern überwiegend klar, so dass die Sichtbarkeit der Perseiden gut ist (siehe Abbildung linker Teil). In der Nordwesthälfte sind mehr Wolken unterwegs. Schauer und Gewitter stören jedoch an nur wenigen Stellen. Noch besser sieht es in der Nacht vom 12. auf den 13. August 2015 aus, die von der astronomischen Seite her ohnehin lohnendere Nacht. In vielen Regionen Deutschlands ist der Himmel klar oder nur gering bewölkt, die Sichtbedingungen sind gut. Etwas mehr Wolken gibt es voraussichtlich im Osten und im Westen des Landes.

Neben Wolken stört auch das Licht der größeren Städte, weshalb die Sichtbedingungen in den Ballungsräumen wie Berlin, Hamburg und München auch bei klarem Himmel nicht gut sind. Am besten sieht man die Sternschnuppen auf dem Lande fern von den störenden Lichtquellen der großen Städte. Die geringste Lichtverschmutzung findet man in Deutschland im Osten von Niedersachsen, im Norden von Sachsen-Anhalt, im Norden von Brandenburg und im Süden von Mecklenburg-Vorpommern. Relativ dunkel ist es auch in den Mittelgebirgen, wie beispielsweise in der Rhön. Dabei ist die Beobachtung mit bloßem Auge zu empfehlen. Ein Fernrohr bringt wenig, da es ein Zufall wäre, die Schnuppen damit zu erwischen.

Dienstag, 11. August 2015

Dr. Ingo Bertram
ARD-Wetterredaktion

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