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Wetterthema

12.07.2013

Sommer mit Schönheitsfehlern

Das meist angenehme Sommerwetter setzt sich in den kommenden Tagen fort. Dabei gibt es allerdings auch Schönheitsfehler. In Teilen des Landes versteckt sich die Sonne hinter Wolken und die Temperaturen könnten vor allem im Norden ein wenig höher liegen.

Unsere Grafik zeigt die Lage der Frontalzone (angedeutet durch die 568 Dekameter Isolinie des 500 hPa Geopotentials) am Samstag im Vergleich zum langjährigen Mittel für den Juli.

Während das Wetter zu Wochenbeginn nahezu überall perfekt war, musste man vor allem in der Nordhälfte seit Mittwoch Abstriche hinnehmen. Am Mittwoch kam eine Kaltfront herein, welche die Temperaturen deutlich dämpfte. Dazu blieb es am Donnerstag in einem Streifen von Nordrhein-Westfalen bis Sachsen oftmals trüb. Südlich des Mains und ganz im Norden konnte die Kaltfront dem Sonnenschein jedoch nicht viel anhaben.

Das nicht immer und überall perfekte, meist jedoch angenehme und ruhige Wetter dauert bis mindestens Mitte nächster Woche an. Die verantwortliche Wetterlage nennt der Meteorologe „Hoch Britische Inseln“. Der Fachmann weiß, dass wir in Deutschland angesichts dieser Wetterlage zurzeit Glück haben. Eigentlich befinden wir uns nämlich auf der „falschen Seite“ des Hochs. In den meisten Fällen nehmen deshalb die auch jetzt erkennbaren Schönheitsfehler bei dieser Wetterlage überhand. Oft überwiegt nämlich der Einfluss von Tiefdruckgebieten, die sich in der Nachbarschaft zu dem britischen Hoch östlich von uns einnisten. Dann scheint die Sonne im ganzen Land nur selten, es gibt Schauer und es weht ein ausgesprochen kühler Nordwestwind. Feuchte Nordseeluft beschert uns oftmals besonders viele Wolken.

Grund für die geschönte Variante der Wetterlage „Hoch Britische Inseln“ ist die Lage der Frontalzone. Sie stellt einen Bereich dar, in dem polare Kaltluft im Norden und wärmere Luft weiter südlich aufeinander treffen und in dem sich die Tiefdruckgebiete entwickeln. Die Frontalzone liegt zurzeit allgemein weiter nördlich als im Durchschnitt. So ziehen die Tiefs von Island kommend über Nordeuropa bis in den Norden Russlands. Sie könnten auch mit einer weiter nach Süden reichenden Frontalzone auf der Ostseite des Hochs von Norwegen aus nach Polen ziehen. Mit Sommerwetter hätte das dann nicht mehr viel zu tun.

Und so sieht das Wetter in den nächsten Tagen aus: Am Samstag halten sich vom Nordwesten bis in die Mitte einige Wolkenfelder noch für längere Zeit. Davon abgesehen scheint vielfach die Sonne, nur hier und da ist es mal wolkig und es bleibt meist trocken. Am Sonntag ziehen im Norden und in der Mitte einige Wolken durch. Im Süden scheint meist die Sonne. Der Montag zeigt sich im ganzen Land wieder von der freundlichen Seite. In Nähe der Küsten, im Osten sowie in Alpennähe ist es gelegentlich wolkig und am Alpenrand gibt es vereinzelt Schauer. Auch der Dienstag und der Mittwoch versprechen freundliche Tage zu werden. Die Temperaturen sind bis kommenden Mittwoch im Süden fast ausnahmslos sommerlich, im Norden reicht es jedoch oftmals nicht für Werte über 25 Grad.

Freitag, 12. Juli 2013

Dr. Ingo Bertram
ARD-Wetterredaktion

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