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Wetterthema

17.06.2013

Kurze Extremhitze

Heiße Tage waren dieses Jahr bisher die Ausnahme, lediglich am Oberrhein gab es vereinzelt schon einmal Werte knapp über 30 Grad. Doch das ändert sich nun. Die Temperaturen schnellen rapide in die Höhe und dabei fast schon über das Ziel hinaus.

Wäre es nicht schön, wenn es im Sommer tagsüber immer um 25 Grad warm wäre, dazu neben ein paar Wolken die Sonne schiene und es alle paar Tage (am besten aber immer nachts) mal etwas regnen würde? Doch so angenehm verläuft das Wetter eher selten. In den letzten Wochen hat es bei sehr wenig Sonnenschein und zum Teil nicht einmal frühlingshaften Temperaturen viel zu viel geregnet. Nun bekommen wir die herbeigewünschte Wärme, wobei das Wetter es nicht lassen kann, auch hierbei schon wieder zu übertreiben.

Der aktuelle Temperaturanstieg ist schon bemerkenswert. Nachdem die Höchstwerte in diesem Juni bisher in Deutschland etwa um 22 Grad schwankten, erfolgt nun innerhalb von nur 3 Tagen ein Anstieg auf Werte um 35 Grad. Von Dienstag bis Donnerstag sind örtlich sogar Spitzenwerte bis 37 oder 38 Grad möglich. Diese Werte liegen am oberen Rand dessen, was Mitte Juni möglich ist und daher wird es wahrscheinlich auch den ein- oder anderen Hitzerekord geben. Im Durchschnitt liegen die Höchstwerte zu dieser Jahreszeit 10 bis 12 Grad tiefer als jetzt zur Wochenmitte. Unsere Abbildung zeigt den Temperatursprung exemplarisch für Mannheim und Potsdam. Die Hitze kommt im Westen früher als im Osten, dafür endet sie dort einen Tag später.

Schuld an der plötzlichen Erwärmung ist die Wetterlage. Zwischen einem Tief über Spanien und einem Hoch über dem Balkan wird Luft aus der Sahara nach Deutschland geführt. Obwohl es sich um Wüstenluft handelt, wird es in Deutschland nicht nur extrem heiß, sondern auch schwül. Das mag auf den ersten Blick verwundern und liegt daran, dass die Luft auf dem Weg über das Mittelmeer viel Feuchtigkeit aufnimmt.

So schnell wie sie kommt, endet die Hitze auch wieder. Erwartet wird ein Temperatursturz, gefolgt von einem möglicherweise längeren Witterungsabschnitt mit nur mäßigen Temperaturen. Der neuerliche Wetterwechsel vollzieht sich am Donnerstag und wird in Teilen Deutschlands für Unwetter sorgen. Am heftigsten trifft es die Regionen, in denen die Gewitter am späten Nachmittag und Abend eintreffen. Bleibt noch abzuwarten, wo das sein wird.

Montag, 17. Juni 2013

Dr. Ingo Bertram
ARD-Wetterredaktion

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