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Wetterthema

14.06.2013

Sahara-Luft

Ab Montag gelangt sehr heiße Luft aus Nordafrika nach Deutschland

Dann steigen in der Südhälfte die Höchstwerte das erste Mal in diesem Jahr über die 30-Grad-Marke. Bis zur Wochenmitte sind sogar bis über 35 Grad möglich. Wann die erste Hitzewelle dieses Sommers ihr Ende findet, ist noch nicht ganz sicher, sehr wahrscheinlich wird der Luftmassenwechsel dann aber von schweren Gewittern begleitet werden.

Grund für diese frühe Hitzewelle ist ein atlantisches Tief, welches ab Sonntag nicht wie seine Vorgänger über die Nordsee nach Skandinavien zieht, sondern vor Irland nach Süden abbiegt und auf die Iberische Halbinsel zusteuern wird. Da sich Tiefs auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn drehen, schaufelt dieses Tief dann ab Sonntag heiße Sahara-Luft aus Marokko und Algerien über das Mittelmeer bis weit nach Norden.

So steigt die Temperatur hierzulande ab Montag zunächst vor allem im Südwesten und entlang des Rheins über 30 Grad an, am Oberrhein könnten dann schon mal 34 Grad erreicht werden. Am Dienstag hat sich die heiße Luft bereits bis weit nach Norden vorgeschoben, lediglich im Küstenfeld dürfte es dann mit nur 25 bis 30 Grad noch einigermaßen erträglich sein. In weiten Teilen des Südens und der Mitte werden die Höchstwerte jedoch deutlich jenseits der 30-Grad-Marke liegen, selbst schweiß-treibende 35 Grad liegen verbreitet im Bereich des Möglichen. Dazu können sich nachmittags einzelne schwere Wärmegewitter entwickeln.

Wie lange dauert die Hitzewelle an? Das hängt von der Zugbahn des Tiefs ab. Zieht es, wie aktuell von der Mehrzahl Wettermodellen simuliert (Stand: Freitagnachmittag) zur Iberischen Halbinsel, so wird der Zustrom der Sahara-Luft voraussichtlich bis einschließlich Donnerstag anhalten. Reiht sich das Tief wieder in die Westwinddrift ein und zieht nach Skandinavien, so wird die Hitze bereits am Dienstag wieder mit Pauken und Trompeten, sprich unwetterartigen Gewittern wieder nach Osten abgedrängt. Dieses Szenario ist jedoch in den vergangenen 24 Stunden deutlich unwahrscheinlicher geworden.

Auf alle Fälle wird nach einem kühlen Frühjahr und Frühsommer nun recht früh eine erste Hitzewelle Deutschland erreichen, deren Ausprägung eher für den Hochsommer Ende Juli, Anfang August typisch ist. Die Hitzebelastung steigt am Montag sprunghaft an und wird viele Menschen überraschen. Man sollte dann auf jeden Fall ungewohnte körperliche Anstrengungen vermeiden und viel trinken.

Freitag, 14. Juni 2013

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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